Musst du reich sein um in Aktien zu investieren?

Hast du dich auch schon mal gefragt, ob du überhaupt genug Geld hast um in Aktien zu investieren? Oder denkst du das Aktieninvestments grundsätzlich nur was für sehr reiche Leute sind? Ich werde immer mal wieder danach gefragt und meine Antwort lautet immer – nein, du musst auf keinen Fall reich sein um in Aktien zu investieren. Einen ETF-Sparplan beispielsweise kannst du schon mit kleinen Beträgen ab 25 Euro oder 50 Euro pro Monat starten.
Grundsätzlich ist es viel wichtiger, dass du von dem Geld, das dir monatlich zu Verfügung stehst auch was behältst, das du dann eben entsprechend investieren kannst. Es bringt dir beispielsweise nichts wenn du im Monat sehr viel Geld verdienst, aber alles davon ausgibst. Dann werden viele in deinem Umfeld zwar denken, dass du sehr vermögend bist, weil du dir all die teuren Dinge leisten kannst, aber eigentlich hast du am Ende des Monats von deinem Geld nichts übrig.
Das heißt um langfristig Vermögen aufzubauen ist es sehr wichtig, dass du erstens einen Anteil deines Geldes das du verdienst eben nicht ausgibst sondern sparst und es zweitens über einen längeren Zeitraum d.h.10,15, 20 Jahre oder länger gewinnbringend bspw. in Aktien investierst. Falls du nicht bereits einen dicken Batzen Geld rumliegen hast, musst du schlicht und ergreifend etwas von deinen monatlichen Einnahmen sparen. Wie du erfolgreich sparst erzähle ich im folgenden Blogartikel “ 3 Tipps wie du erfolgreich sparst„.

Auf Grund von Niedrigzinsen und Inflation reicht es leider nicht dein gespartes Geld nur
auf deinem Tagesgeldkonto zu parken. Im Hinblick auf deinen Vermögensaufbau
wird das leider nicht viel bringen. Dein Geld wird dort tatsächlich über die Jahre immer weniger. Wenn du dein Geld über die nächsten Jahre vermehren möchtest, dann musst du es gewinnbringend, also mit einer zu erwartenden Rendite von mind. 3 % oder mehr anlegen und langfristig, bspw. in passive Aktienfonds (ETFs) investieren. Für lange Anlage­zeiträume (von 15/20 Jahren) in den globalen Aktienmarkt lag die durch­schnitt­liche Rendite meist über 6 Prozent pro Jahr (Quelle Stiftung Warentest, Feb. 2019).

Unkompliziert in Aktien investieren – ETF Sparpläne schon ab 25 Euro pro Monat

Eine sehr unkomplizierte und vor allem kostengünstige Möglichkeit um Geld langfristig zu
investieren bieten ETFs. Bei ETFs handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds).

Was genau sind Aktienfonds? Aktienfonds beinhalten immer mehrere Aktien eines bestimmten Bereichs, auf den sie sich spezialisieren. Es gibt Fonds, die alle 30
DAX-Unternehmen beinhalten, solche, die die größten Unternehmen Europas
beziehungsweise der Welt beinhalten. Bei Aktienfonds unterscheidet man zwischen
aktiven Aktienfonds und passiven Aktienfonds (Indexfonds). Bei aktive Aktienfonds gibt es einen Fondsmanager, der die Fäden zieht und entscheidet in welche Unternehmen investiert werden soll. In der Regel werden hier deutlich höhere Gebühren für die Anlegerinnen fällig, da der Fondsmanager bezahlt werden muss.

Bei einem ETF hingegen handelt es sich um einen passiven Fonds, der einfach nur den Index beziehungsweise den Kurs wie bspw. den Dax nachbildet. Deswegen wird er auch als Indexfonds bezeichnet. Diese Arbeit übernimmt ein Computer. Wenn du dich also bspw. für einen DAX basierten ETF entscheidest, steigt der ETF Kurs dann wenn auch der DAX steigt.

ETFs ermöglichen es uns mit wenig Aufwand und wenig Kapital global also weltweit in ganze Märkte zu investieren. Der MSCI World Index zum Beispiel ist ein internationaler Aktienindex, der die Wertentwicklung von Unternehmen in 23 Industrieländern abbildet. Wenn du in einen auf den MSCI World basierten ETF investierst, investierst du in 1.650 Unternehmen weltweit (Stand: 30.09.19). Diese breite Streuung (Diversifikation) ist einer der größten Vorteile von ETFs. Sollte es einer Branche mal nicht so gut gehen (Bsp. Automobilbranche) dann sind noch viele andere Branchen (Bspw. Technologie, Lebensmittel) in unterschiedlichen Ländern vorhanden, die diese Schwäche ausbügeln können. Das Risiko Geld zu verlieren ist demnach wesentlich geringer, als wenn du dein Erspartes in eine oder wenige Einzelaktien investieren würdest, also bspw. nur in VW Aktien, oder nur in Adidas. Wenn VW dann bspw. pleite gehen würde, hättest du enorme Verluste zu verzeichnen.

In ETFs kannst du entweder mit einer Einmalzahlung investieren oder einen Sparplan
einrichten. Und diese Möglichkeit ist echt super, wenn du noch keine größere Sparsumme auf deinem Konto liegen hast. Der Abschluss eines ETF-Sparplans ist denk­bar einfach. Als erstes legst du die Summe fest die du monatlich investieren möchtest. Wie schon erwähnt, kannst du bei einigen Anbietern bereits ab 25 Euro oder 50 pro Monat in ETF Sparpläne investieren. Ich empfehle dir auf jeden Fall eine kostengünstige Direktbank. Also eine Internetbank ohne
Filialen, wie bspw. die OnVista oder die Comdirect. In einem bestehenden Onlinedepot ist ein Sparplan mit wenigen Klicks eröffnet. Die festgelegte Summe wird dann per Dauerauftrag Monat für Monat von deinem Girokonto auf dein Depotkonto überwiesen und in die Aktien deines Wunsch-ETFs investiert. Mit jedem Monat erhöht sich die Anzahl deiner Fonds­anteile und je nach aktuellem ETF-Kurs hoffentlich auch die angelegte Summe.

Mit ETFs erfolgreich ein Vermögen aufbauen – Investiere langfristig und global

ETFs eignen sich grundsätzlich hervorragend für einen langfristigen Vermögensaufbau. Allerdings um den Aufwand gering zu halten und nicht unnötig Geld in Form von Gebühren, durch ständiges Kaufen und Verkaufen zu verlieren und den Zinseszins Effekt auch voll auszuschöpfen, sollte man die so genannte „buy and hold Strategie verfolgen“. Was heißt das?
Das heißt für unser Beispiel: du suchst dir deiner Strategie entsprechend (breit diversifizieren!) den passenden ETF heraus zum Beispiel einen ETF auf den MSCI World Index. Eröffnest einen ETF-Sparplan den du mit 100 Euro pro Monat besparst und dann tust du im Grunde genommen nichts mehr. Außer ab und zu bspw. halbjährlich oder jährlich auf dein Portfolio zu zuschauen und ggf. deine Sparrate anzupassen. Buy-and-hold meint hier wörtlich kaufen und halten. Egal ob die Aktienkurse kurzfristig hoch oder runter gehen. Das interessiert dich nicht. Du verfolgst eine langfristige Anlagestrategie und sitzt Kursschwankungen einfach aus. Was du mit einer langfristigen Anlagestrategie nicht betreibst ist Market-Timing, also zu versuchen zum richtige Zeitpunkt zu kaufen & zu verkaufen. Und auch Marktmeinungen, also z.B. was schreibt die Bildzeitung oder der Spiegel aktuell über die Börsenkurse oder die Weltwirtschaft spielen hierbei keine Rolle. Die lange Haltedauer, der lange Anlagehorizont ersetzt diese Dinge. So sitzt du Kursschwankungen aus und läufst nicht Gefahr zu verkaufen, sobald die Kurse mal fallen. Gewinne werden idealerweise direkt investiert und der Zinseszins Effekt dabei voll ausgenutzt.
Kombiniert mit günstigen, breit diversifizierten passiven Fonds wie ETFs ist die Methode den meisten aktiven Fonds bis heute überlegen.

Minimiere dein Risiko mit der richtigen Strategie

Aber natürlich gehst du bei allen Aktieninvestments auch immer ein Risiko ein. Rendite gibt es immer nur in Kombination mit einem gewissen Risiko. Und über dieses Risiko solltest du dir auch unbedingt bewußt sein. Dieses lässt sich aber mit dem notwendigen Wissen und einer Strategie minimieren. Denn im Grunde genommen gibt es hier letztendlich auch einfach Regeln zu befolgen mit denen die Risiken überschaubar werden. Wie im Straßenverkehr. Da weißt du ja auch, dass es sicherer ist über eine grüne Ampel zu gehen (eine Regel um dein Risiko überfahren zu werden zu verringern). Und bevor du dir nicht das nötige Wissen und deine Strategie erarbeitet hast, solltest du auch auf keinen Fall blind in irgendwelche Aktien investieren. Überlege dir vorher genau was du tust und informiere dich genau. Dann sollte einem erfolgreichen Vermögensaufbau nichts im Wege stehen. Und das gute ist, du musst nur einmalig vorab etwas Zeit investieren um Dir das notwendige Wissen anzueignen und daraus deine Strategie abzuleiten. Aber dann, wenn dein Portfolio erstmal steht, kannst du ganz entspannt dein Geld für dich arbeiten lassen und du musst vielleicht noch 1-2 Stunden im Jahr investieren um zu schauen, ob du irgendetwas anpassen möchtest. Und du kannst endlich das Thema Altersvorsorge abhaken.

 

Schreibe einen Kommentar