Mütter und Finanzen – Starte mit diesen 3 Schritten

In Deutschland ist es zurzeit nun mal so: Im Durchschnitt arbeiten 70 % der Mütter in Teilzeit. Bei den Vätern sind es nur knapp 6 %. Die Folge: Frauen erhalten im Durchschnitt 26 % weniger Rente als Männer, auch als Gender-Pension-Gap bezeichnet. 

Ökonomen haben errechnet, dass eine Frau – Akademikerin, zwei Kinder, Teilzeitarbeit – im Laufe ihres Lebens auf bis zu 750.000 Euro verzichtet. Mütter verzichten dreimal im Leben auf Geld: Während der Babypause, durch Teilzeitarbeit und schließlich in der Rente. 
Zurzeit beträgt die durchschnittliche gesetzliche Rente von Frauen lediglich 600 Euro im Monat. Wenn wir davon die Kosten für Miete und Essen abziehen, wird einem schnell klar, dass dies kaum zum leben reicht. Im Klartext, 600 Euro sind so wenig, dass Frauen ohne Unterstützung durch ihren Partner ihren Lebensstandard nicht halten können.

Keine Finanzplanung ist für Mütter keine Option!

Diese Zahlen sind erschreckend. Wir sollten endlich aufhören, das Thema Finanzen vor uns herzuschieben. Wenn wir unabhängig von Partner oder Sozialhilfe über ausreichend Einkommen im Alter verfügen möchten, dann ist es für uns Mütter essenziell uns eigenverantwortlich um unsere Altersvorsorge zu kümmern – und zwar ab JETZT.

Jede kann anfangen sich im Internet zu informieren. Unsere Finanzplanung eilt, denn je mehr Zeit wir bis zur Rente zum Anlegen nutzen, desto mehr Vermögen können wir bilden. Bei durchschnittlich 20 Jahren im Ruhestand (vor 30 Jahren waren es noch 11 Jahre) brauchen wir Anlagezeit, um die Rentenlücke zu schließen. Denn 20 Jahre lang mit 600 Euro im Monat zu leben, erlaubt es uns nicht, die Zeit mit unseren Kindern, Reisen und Hobbys zu genießen.

Aus meiner eigenen Erfahrung und durch viele Gespräche mit anderen Müttern weiß ich, dass sich die meisten zwar der Rentenlücke bewusst sind, aber sie es trotzdem einfach nicht schaffen mit ihrem Vermögensaufbau anzufangen. Woran liegt das? Vielleicht weißt du einfach nicht, wie du anfangen sollst. Das ganze „Finanzding“ kommt dir wie ein riesiger, steiler Berg vor, den du einfach nicht bezwingen kannst – oder nur mit sehr viel Aufwand und vor allem Zeit, die du nicht hast.

3 Tipps für Anfänger – Starte mit deiner Finanzplanung

Lass dich nicht von deinen Sorgen abhalten. Es ist nicht besonders schwer und kostet auch nicht viel Zeit, die ersten Schritte Richtung finanzielle Unabhängigkeit zu gehen. Wichtig ist nur, dass du anfängst. Du wirst sehen, sobald du einen ersten kleinen Schritt gemacht hast, steigt die Motivation und die nächsten Schritte ergeben sich laufen sich bereits leichter. Damit du jetzt starten kannst, hier meine 3 Tipps für Anfänger um die eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen.

Tipp Nr. 1 – Verschaffe dir einen Überblick über deine aktuelle finanzielle Situation!

Im erste Schritt geht es erstmal darum, einen groben Überblick über deine finanzielle Situation zu erhalten. Checke deine Konten und schreibe auf, was du aktuell bereits an Vermögen, Ersparnissen und auch Schulden hast. Zu deinem Vermögen zählt dein Bankguthaben. Vielleicht besitzt du auch eine Immobilie, Aktien oder eine private Rentenversicherung. Solltest du hingegen bei deiner Bank im Dispo stehen, zählen diese zu deinen Schulden, genau wie ausstehende Kreditkartenabbuchungen. Sei an dieser Stelle ehrlich zu dir und mache dir keinen Druck. Unabhängig von dem Ergebnis ist es wichtig, dass du eine ehrliche Bestandsaufnahme machst. Dies gibt dir nicht nur ein Gefühl für deine persönliche finanzielle Situation sondern ist auch essenziell, um die richtigen nächsten Schritte zu gehen.

Tipp Nr. 2. – Sprich mit deinem Partner über deine Rentenlücke!

Setze dich mit deinem Partner zusammen und fang an über Geld zu sprechen. Ich weiß, das Thema Geld und Liebe kann kompliziert sein. Die meisten Menschen in Beziehungen haben sogar Angst davor, mit dem Partner über Geld zu reden. Es ist aber sehr wichtig, dass du deinen Partner mit ins Boot holst. Es geht darum miteinander eine gute Lösung für euch zu finden. Vielen Männern ist es gar nicht bewusst, auf wieviel Geld die meisten Mütter in ihrem Erwerbsleben verzichten und welch negative Auswirkung dies auf die Rente hat. Das finanzielle Risiko der Frau ist immer auch das finanzielle Risiko der ganzen Familie! Denn es geht hier nicht nur um die Möglichkeit einer Trennung, sondern auch um den Fall, dass der Hauptverdiener (in der Regel der Mann) krank wird und nicht mehr arbeiten kann. Könntest du im Alter den Lebensstandard eurer Familie annähernd halten? Ist die Antwort nein, solltet ihr dem gemeinsam entgegenwirken. Wählt eine Möglichkeit, die zu euch passt: Von der Aufstockung deiner Arbeitszeit bis zur Ausgleichszahlung durch deinen Partner für deine private Altersvorsorge ist alles möglich. Führt eine sachliche Diskussion über die Vor- und Nachteile der Optionen und seid ehrlich: Was ist realistisch? Was passt zu euch?

Tipp Nr. 3. – Fang an zu sparen!

Der dritte Tipp klingt recht einfach. Für viele ist es aber gar nicht so leicht monatlich Geld zu sparen. Natürlich kannst du aber nur dann regelmäßig Geld in deine Altersvorsorgen investieren, wenn du etwas übrig hast. Auch wenn es schmerzen kann, nimm deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben genau unter die Lupe. Ein Haushaltsbuch ist vielleicht nicht besonders cool, aber perfekt um zunächst einen groben Überblick insbesondere über dein Ausgabeverhalten zu erhalten. Bestenfalls fallen dir sofort ein paar Dinge auf, für die du regelmäßig relativ viel Geld ausgibst (Coffee to go, Benzin, Zeitschriften, Klamotten) und die du dir verkneifen könntest, um das Geld lieber zu sparen.

Finde heraus, wieviel Geld du monatlich überhaupt sparen könntest, um es im zweiten Schritt für die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau zu verwenden. Wenn auf den ersten Blick am Monatsende nichts übrig bleibt versuche bewusst Sparpotenziale zu identifizieren oder mit deinem Partner gemeinsam nach einer Lösung zu suchen (siehe Tipp Nr. 2).

Bevor du mit dem Vermögensaufbau beginnst, solltest du einen Notgroschen aufbauen. Der besteht laut Faustformel aus 2-3 Nettogehältern und sollte jederzeit für dich zur Verfügung stehen, beispielsweise auf deinem Tagesgeld- oder Sparkonto. Der Notgroschen ist für Jobverlust, Krankheit, eine neue Waschmaschine oder die überraschende Autoreparatur gedacht. Erst wenn dieser Notgroschen vorhanden ist, solltest du darüber nachdenken, angespartes Geld zu investieren.

Hab keine Angst vor Fehlern, leg einfach los!

Du bist bereit, auf die Plätze, fertig… 🙂 Fang einfach mit den drei Tipps an und du wirst schnell merken, was für ein tolles Gefühl es ist, die eigenen Finanzen endlich in die Hand zu nehmen. Ich versichere dir, mit jedem weiteren Schritt wirst du mehr Selbstbewusstsein erlangen. Außerdem bist du nicht alleine! Wir von Mom & Money freuen uns darüber, dich auf deinem Weg zu begleiten

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