Sparen für Kinder: Warum sich das Sparbuch nicht mehr lohnt

Viele Eltern und Großeltern möchten gerne Geld für Ihre Kleinen sparen. Früher war das Sparbuch dafür die erste Wahl. Die Zinsen sind jedoch mittlerweile so tief in Keller gerutscht, dass sich das Sparbuch nicht mehr lohnt und das Ersparte durch die Inflation sogar an Wert verliert. Die gute Nachricht: Es gibt gute und risikoarme Alternativen.

Wie du das Geld für deine Kinder im Jahr 2020 am besten anlegen kannst und worauf du genau achten musst, erfährst du in diesem Artikel.

Auch für Kinder bietet das gute alte Sparbuch kaum noch Zinsen. Gab es mal eine Zeit mit bis zu 8 % Zinsen und dicken Geschenken für die stolzen Inhaber des Knax-Kindersparbuch der Sparkasse, ist heute Zinswüste angesagt.

Aber was gibt es für Alternativen zum Sparbuch? Lohnt sich Sparen für Kinder überhaupt noch?

Auf jeden Fall! Unseren Kindern das Sparen zu vermitteln und ihnen einen bewussten Umgang mit Geld beizubringen, ist eine wichtige Kompetenz, die das Leben unserer Kinder positiv beeinflussen wird. Durch Sparen lernen sie Geld zurückzulegen, um sich (zu einem späteren Zeitpunkt) größere Wünsche zu erfüllen. Sie lernen Anlageformen kennen und im besten Falle lernen sie auch zu investieren und ihre Finanzen selbständig zu managen. Denn das ist in der aktuellen Null-Zinsphase sehr wichtig.

Girokonto und Tagesgeld: Gut zu wissen – Kinder bekommen noch Zinsen!

Während wir Erwachsene so gut wie keine Zinsen mehr für unser Erspartes auf Giro- und Tagesgeldkonten erhalten, bekommen die Kleinen immerhin noch um die 0,5 %, vor allem bei Sparkassen und Volksbanken. Das macht den Kohl jetzt auch nicht fett, aber immerhin. Allerdings gilt das meist nur bis zu einem bestimmten Betrag (i.d.R. 500 € – 1000 €). Bei einzelnen Sparkassen sind sogar Zinsen bis zu 3 % drin. Hier lohnt es sich also zu vergleichen.

Das Girokonto (sog. Kinderkonto) kann man als Basisausstattung für das Kind betrachten. Eine Eröffnung ist ab 7 Jahren möglich, dann kann z.B. ein Teil des Taschengeldes direkt auf das Girokonto eingezahlt werden. Grundsätzlich wird empfohlen, Kindern erst ab 10 Jahren Taschengeld auf das eigene Girokonto zu überweisen. Davor sollte es bar ausgezahlt werden.

Das Girokonto bietet zwar geringe Zinsen, aber maximale Flexibilität. Ein- und Auszahlungen sind immer möglich, d.h. das Geld ist jederzeit verfügbar. Ein weiterer Vorteil: Es handelt sich bei den Kinderkonten um reine Guthabenkonten, eine Überziehung des Kontos ist also nicht möglich.

Alternative für etwas höhere Sparbeträge: Das Tagesgeldkonto

Für Geldgeschenke um die 500 € – 1500 € von Oma und Opa eignet sich das Tagesgeldkonto. Dieses hat das Sparbuch für diesen Zweck quasi abgelöst. Hier bekommen unsere Kinder ebenfalls etwas mehr Zinsen als wir Eltern. Häufig sind es ausländische Institute, die gute Angebote unterbreiten. Hier sollte unbedingt auf die Einlagensicherung geachtet werden. Schließlich soll das Geld im Fall einer Pleite der Bank geschützt sein. Bei Banken mit Sitz im EU-Ausland sind laut EU-Recht bis zu 100.000 Euro pro Anleger und Bank über das Sicherungssystem des jeweiligen Landes geschützt. Das ist also kein Problem. Bei deutschen Instituten ist es oft noch viel mehr.

Beide Konten eignen sich für die Kinder zum Sparen (Geldgeschenken, Taschengeld etc.).

Festgeld oder Aktien für Kinder?

Für Geld, das in absehbarer Zeit nicht benötigt wird, gibt es 2 Möglichkeiten:

Festgeld, auch hier gibt es wieder ein Zins-Plus für die Kinder. Geld auf dem Festgeldkonto wird für einen festen Zeitraum bspw. für 1 oder mehrere Jahre angelegt.  In diesem Zeitraum kommt man nicht an das Geld ran. Ab einer Anlagezeit von 3 Jahren bekommt man oft um die 1 % Zinsen, manchmal auch deutlich mehr.

Die zweite Möglichkeit ist gleichzeitig auch die renditestärkste Anlageform – Aktien. Langfristig bieten sie Renditen von 6-8 %. Und damit genug Erträge, damit durch die Inflation das gesparte Geld für deine Kinder nicht an Wert verliert.

Wenn du dich für Aktieninvestments entscheidest, ist die Risikostreuung unbedingt zu beachten. Das Geld sollte in viele einzelne Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, Ländern und Regionen investiert werden.  Am einfachsten und günstig geht das mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) ETFs bilden einfach einen Aktienindex wie beispielsweise den Dax ab. Mehr Infos findest du in diesem Blogbeitrag: mit ETFs entspannt Vermögen aufbauen.

Wichtig ist der Anlagehorizont. Falls das Geld in ein paar Jahren gebraucht wird und nur für wenige Jahre angelegt werden soll, sind Aktien keine gute Wahl. Denn die Kurse schwanken, manchmal sogar stark. Das ist ein Risiko. Mit dem Laufe der Zeit schwindet es aber. Wer das Geld für seine Kinder für zehn oder mehr Jahre anlegen will, kann entspannt ETFs wählen. 

Wird das Geld aber in 5 Jahren gebraucht, zum Beispiel für die erste eigene Wohnung oder die erste eignen Reise, bleiben nur Zinsanlagen wie Girokonto und Tages- oder Festgeld.

Meine Empfehlung: ETF-Sparplan für Kinder

Eine sehr gute und einfache Möglichkeit ist es, einen ETF-Sparplan für Kinder abzuschließen

Das ist bei einigen Anbietern schon ab 10 Euro pro Monat möglich und liefert langfristig recht gute Erträge. Auch ein solcher Sparplan sollte mindestens 10 Jahre lang laufen (muss er aber nicht), um mögliche Börsenschwankungen aussitzen zu können.

Wir haben für unsere Tochter ein paar Monate nach der Geburt einen Sparplan eingerichtet (zurzeit zahlen wir 25 € / Monat ein). Größere Einmalzahlungen bspw. von der Oma zum Geburtstag wandern ebenfalls in den ETF-Topf.

Voraussetzung für Einzelinvestments in ETFs sowie für Sparpläne ist ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker wie z.B. Comdirect.

Viele Banken bieten auch hier spezielle Angebote für Kinder. Die nennen sich dann Junior-Depot wie bei Comdirect und Consorsbank, Startdepot wie bei der Commerzbank oder Direkt-Depot Junior bei der ING. Die Depotführung ist in der Regel kostenlos, allerdings fallen Gebühren für Orders (Käufe) und Sparplan-Ausführungen an.

Vorsicht vor Ausbildungsversicherungen!

Sie sind teuer, bringen wenig Rendite und sind ziemlich unflexibel. ETF-Sparpläne sollten für langfristige Anleger erste Wahl sein, eben weil sie die besten Renditen bringen allen Kursschwankungen zum Trotz. Und weil Kinder einen langen Anlagehorizont haben, lohnt es sich doppelt. Aber selbst die gering verzinsten Sparkonten für Kinder sind besser als teure Versicherungsprodukte.

Bei all diesen Anlageformen gilt übrigens: Geld, das auf den Namen des Kindes angelegt wird, gehört auch dem Kind. Eltern verwalten es nur.

Im Klartext: Geld, das ins Depot des Kindes wandert, steht den Eltern nicht mehr zur Verfügung. Eltern dürfen bis zur Volljährigkeit des Kindes als Depot-Verwalter Anteile verkaufen und reinvestieren. Aber sie dürfen sich nicht die Gewinne auszahlen lassen und z.B. den Familienurlaub davon bezahlen.

Gut zu Wissen:  Auch für Kinder gilt der sogenannte Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 € pro Jahr. Beim Online-Broker kann dieser per Freistellungsauftrag mit ein paar Klicks aktiviert werden. Dadurch ist direkt klar, dass anfallende Dividenden, Zinseinnahmen, Ertragsausschüttungen und Veräußerungsgewinne vom automatischen Steuerabzug frei sind.

Auch wenn unsere Kinder unsere Liebsten sind, sollten wir Mütter nie vergessen auch für uns selbst (und damit auch für die ganze Familie) vorzusorgen. Du hast es bis jetzt noch nicht geschafft, mit dem Vermögensaufbau anzufangen? Dann trage dich jetzt unverbindlich in die Warteliste zum Mom & Money Onlinekurs ein und erfahre zuerst, wenn die Tore zum FinanzStark Onlinekurs in Kürze öffnen. Gemeinsam mit anderen Müttern lernst du Schritt für Schritt deine ersten Investments durchzuführen und langfristig Vermögen aufzubauen.

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